Eine junge Frau packt eine Dame an der Schulter und lächelt sie an.

SUCHT BEKÄMPFEN.

Sucht bekämpfen.

Der Konsum von Alkohol, Zigaretten, zu viel oder ungesunder Nahrung sowie das ständige Surfen im Internet gehören bei vielen Menschen häufig zum Alltag in Deutschland.

Der Übergang von einem "normalen" Verhalten über den exzessiven Konsum eines Verhaltens oder einer Substanz bis hin zur Abhängigkeit ist fließend. Die Abhängigkeit von Suchtmitteln ist weit verbreitet. Diese kann aber zu schweren gesundheitlichen Schäden führen.

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FORMEN UND FOLGEN EINER SUCHT.

Umgangssprachlich bezeichnet "Sucht" eine Abhängigkeit von einer Substanz oder einem Verhalten. Ist ein Mensch süchtig, hat er keine Selbstkontrolle mehr und steht unter dem Zwang, das Mittel weiterhin zu nehmen bzw. sich weiterhin so zu verhalten, obwohl dies negative Konsequenzen hat.

 

Eine Sucht kann sich sowohl in einer physischen als auch in einer psychischen Abhängigkeit zeigen.  Die physische Abhängigkeit wird durch Entzugssymptome gekennzeichnet. Diese können zum Beispiel Schweißausbrüche, Zittern, Magenkrämpfe, massive Temperaturschwankungen bis hin zu lebensbedrohlichen Zustände sein. Ein unbezähmbares Verlangen nach dem Mittel sowie Ängste, Depressionen oder auch Panikattacken sind mögliche Merkmale der psychischen Abhängigkeit.

 

Das Zusammenleben mit einem abhängigen Partner oder Elternteil ist oft von Stimmungsschwankungen, Unzuverlässigkeit oder gewalttätigem Verhalten geprägt. Konflikte, Geldmangel und Existenzangst belasten die Familien.

 

Andererseits stützen Angehörige häufig das Suchtverhalten, indem sie Probleme vertuschen und die erkrankte Person decken ("Co-Abhängigkeit"). Beratungsstellen, Abstinenz- und Selbsthilfeorganisationen bieten auch Beratung und Hilfe für Partner und Kinder von Abhängigen an.

 

Ab wann ist man süchtig?

Von der Weltgesundheitsorganisation WHO wurden acht Merkmale der Sucht definiert. Treffen mindestens drei davon zu, besteht eine mögliche Abhängigkeit:

 

  • Starker Wunsch oder eine Art Zwang, Alkohol zu trinken, die Droge zu sich zu nehmen, etc.
  • Verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich Beginn, Ende und Menge.
  • Körperliche Entzugssymptome wie Zittern oder Kopfschmerzen.
  • Konsum mit dem Ziel, Entzugssymptome zu mildern.
  • Vorliegen einer Toleranz, d. h. der Konsum wird stetig gesteigert, um die gleiche Wirkung zu erzielen.
  • Eingeengtes Verhaltensmuster im Umgang mit dem Suchtmittel, fast alle Gedanken drehen sich um das Suchtmittel und Vernachlässigung anderer Interessen.
  • Anhaltender Konsum trotz schädlicher Folgen körperlicher, psychischer oder sozialer Art.
  • Versuche, den Konsum einzuschränken oder unter Kontrolle zu bringen, sind gescheitert.
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Barkeeper schiebt Glas Whiskey über Tresen

BASISWISSEN ZU ALKOHOL.

 

Wenn auch der Alkoholkonsum seit vielen Jahren rückläufig ist, gilt Deutschland dennoch als sogenanntes Hochkonsumland. Pro Kopf wurden in Deutschland im Jahr 2018 durchschnittlich rund 102 Liter Bier, 20,5 Liter Wein sowie 8,8 Liter Schaumwein und Spiritousen getrunken. Doch genau dieser alltägliche Konsum von Alkohol steigert auch die Gefahr einer Abhängigkeit.

 

Daher hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung erst 2018 die Grenzwerte für unbedenklichen Alkoholkonsum angepasst. Bei Frauen besteht spätestens ab einem täglichen Alkoholkonsum von mehr als 10 Gramm reinen Alkohol das Risiko gesundheitlicher Schäden. Für Männer liegt dieser Wert mit 20 Gramm Alkohol doppelt so hoch. Dies entspricht zum Beispiel ca. 0,5 Liter Bier oder 0,25 Liter Wein. Aber auch bei einem risikoarmen Konsum sollten mindestens zwei Tage pro Woche ohne Alkohol eingehalten werden.

 

Alkohol wirkt betäubend auf das zentrale Nervensystem. Bestimmte Kontrollmechanismen des Gehirns werden unterdrückt, man fühlt sich entspannt, heiter und offen für Kontakte. Mit steigendem Alkoholpegel treten jedoch Gleichgewichts- und Sprachstörungen (Lallen) sowie Störungen des Gedächtnisses, Orientierungs- oder Bewusstlosigkeit auf. Alkoholkonsum kann auch vielfältige, meist nicht bedachte und ungewollte Wirkungen auf die Leistungsfähigkeit und die Arbeitssicherheit haben.

 

Immer wieder ist zu hören, Alkohol habe eine gesundheitsfördernde Wirkung. Doch nur ein sehr geringer Alkoholkonsum kann unter Umständen für Menschen das Risiko senken, bestimmte Herzerkrankungen zu erleiden. Weit zuverlässiger kann das Herzinfarktrisiko durch Sport bzw. Bewegung und eine fettarme Ernährung gesenkt werden.

 

Achtung: Alkohol und Medikamente beeinflussen sich in unberechenbarer, manchmal gefährlicher Weise. So kann z. B. die Wirksamkeit eines Medikaments aufgehoben oder die Wirkung des Alkohols um ein Vielfaches verstärkt werden. Besonders gefährlich ist die Kombination von Alkohol und psychisch wirksamen Medikamenten, vor allem Beruhigungsmitteln. Diese sind in ihrer Wirkungsweise dem Alkohol sehr ähnlich, weshalb Alkoholkranke besonders schnell von ihnen abhängig werden können.

Ein alkoholisches Getränk wird in enger Runde abgelehnt

Die wichtigsten Regeln.

  • Vermeiden Sie es, sich zu betrinken und bleiben Sie an mindestens zwei Tagen pro Woche alkoholfrei.
  • Trinken Sie keinen Alkohol, wenn es auf Leistungsfähigkeit, Konzentrationsvermögen und schnelle Reaktionen ankommt. Das heißt: Kein Alkohol bei der Arbeit, wenn Sie noch am Straßenverkehr teilnehmen oder aktiv Sport treiben möchten.
  • Ertrinken Sie keine Probleme in Alkohol – sie sind gute Schwimmer und werden auch nach dem Konsum noch da sein. Versuchen Sie lieber die Probleme aktiv anzugehen.
  • Achten Sie beim Alkoholkonsum auch auf Ihre Vorbildfunktion vor Kindern und Jugendlichen. Alkohol ist und bleibt eine Droge, die abhängig machen kann.
  • Dass Jugendliche alkoholische Getränke kennenlernen möchten, ist normal. Starker, häufiger oder sogar täglicher Alkoholkonsum wie häufiges "Flatrate-Saufen", "Komasaufen" oder andere Alkoholexzesse sind jedoch ein Warnsignal.
  • Verzichten Sie während der Schwangerschaft und Stillzeit auf Alkohol.
  • Klären Sie vorher ab, ob Sie trotz Einnahme bestimmter Medikamente Alkohol trinken dürfen.
Zigarette auf Buchstabenwürfeln FREI, Symbolbild für rauchfrei

WARUM IST RAUCHEN GEFÄHRLICH?

Glücklicherweise ist die Anzahl der Raucherinnen und Rauchern seit einigen Jahren rückläufig. Vor allem Jugendliche rauchen so wenig wie noch nie seit Beginn von Befragungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). 

 

Trotzdem ist das Rauchen eines von Deutschlands größten Gesundheitsrisiken. Es sterben in Deutschland immer noch ca. 120.000 Menschen jährlich an den Folgen des Rauchens. So ist das Rauchen etwa für ein Fünftel aller Krebserkrankungen verantwortlich. Verschiedene Krebsarten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gefäß- oder Lungenerkrankungen, hormonelle Störungen, erhöhtes Osteoporose-Risiko und viele weitere Erkrankungen werden durch das Rauchen begünstigt. Neben einer verminderten Lebensqualität geht man davon aus, dass Raucher etwa zehn Jahre ihrer normalen Lebenserwartung einbüßen (Quelle BZgA).

 

Beim Rauchen ist es das Nikotin, das abhängig macht. Bereits wenige Sekunden nach dem Zug an der Zigarette wird das Glückshormon Dopamin ausgeschüttet. Die psychische Abhängigkeit zeichnet sich vor allem durch Gefühle wie Gereiztheit, Zerstreutheit oder Nervosität aus, während die physischen Entzugserscheinungen mit Müdigkeit, Husten, Muskelkrämpfen oder einem gesteigertem Hungergefühl einhergehen.

 

 

Übrigens: E-Zigaretten sind dabei nicht wesentlich gesünder. E-Zigaretten simulieren das Rauchen, ohne Tabak zu verbrennen. Stattdessen werden Flüssigkeiten, sogenannte Liquids, verdampft und inhaliert. Wie Tabak-Zigaretten enthalten aber auch die meisten E-Zigaretten den Suchstoff Nikotin und sind deshalb sehr umstritten.

 

Achtung: Passivrauchen ist ähnlich gefährlich wie das direkte Rauchen einer Zigarette. Auch hier gelangen Schadstoffe durch das Einatmen der verqualmten Luft in das Blut. Besonders Säuglinge und (Klein-) Kinder sind gefährdet. Daher ist es umso wichtiger, dass vor allem Schwangere und frisch gebackene Eltern auf das Rauchen verzichten.

 

Der Ausstieg aus dem Rauchen lohnt sich! Schon wenige Stunden nach dem Rauchstopp stellt sich Ihr Körper um. Nach ca. 20 Minuten sinken Puls und Blutdruck. 24 Stunden nach dem Rauchstopp nimmt allmählich das Herzinfarktrisiko ab. Zwei Wochen nach der letzten Zigarette erhöht sich die Lungenfunktion bereits wieder um bis zu 30 Prozent. Sogar das Herzinfarktrisiko kann nach 15 Jahren Rauchstopp auf das Niveau eines Nichtrauchers zurückgehen.

RAUCHSTOPP.

Selbsthilfegruppe sitzt im Stuhlkreis zusammen

Vorbereitung auf einen dauerhaften Rauchstopp.

  • Setzen Sie sich einen verbindlichen Termin.
  • Legen Sie zum Beispiel auch das Geld beiseite, dass Sie sich durch das Nichtrauchen sparen und belohnen Sie sich mit etwas, das Sie sich schon länger kaufen wollten.
  • Gehen Sie Situationen bewusst durch, in denen Sie gerne rauchen und überlegen Sie sich Alternativen oder vermeiden Sie diese vor allem in den ersten Wochen.
  • Planen Sie Ihre ersten rauchfreien Tage und vermeiden Sie Stresssituationen.
  • Entfernen Sie aus Ihrer Umgebung alles, was mit dem Rauchen zu tun hat (z. B. Aschenbecher, übrige Zigaretten).
Hand die einen Button Stop drückt und untendrunter steht Addiction.

Tipps für einen dauerhaften Rauchstopp.

  • Lassen Sie sich von kleinen Rückfällen nicht entmutigen. Es lohnt sich!
  • Erlernen Sie Entspannungsmethoden, die Sie zum Ausgleich einsetzen können.
  • Suchen Sie sich Unterstützung und lassen Sie sich beraten.
  • Meiden Sie vor allem in der Anfangszeit Alkohol. Alkohol macht uns unbekümmert und leichtfertig und schnell ist die Zigarette in Greifnähe.
  • Nutzen Sie das Mehr an Energie, was Sie durch den erhöhten Sauerstoffgehalt in Ihrem Blut erhalten, und bewegen Sie sich. Dies hilft auch die (vorübergehende) Gewichtszunahme zu reduzieren.
  • Denken Sie positiv! Sie haben beschlossen mit dem Rauchen aufzuhören und Sie werden das schaffen.
Gruppe sitzt im Kreis und redet miteinander

RAUCHFREI – WELCHE METHODE IST DIE RICHTIGE FÜR MICH?

Nichtraucherkurse.
Die BMW BKK bietet spezielle Nichtraucherkurse an, die Sie dabei unterstützen mit dem Rauchen aufzuhören. Die BMW BKK beteiligt sich an den Kosten für diese Kurse gemäß den allgemeinen Gesundheitskursen.

 

Nichtraucher-App.
Diese App erleichtert kostenlos den Aufhörversuch durch individualisierte motivationale Hilfen. Mit wissenschaftlich erprobtem Ansatz entwickelt, ist die App Ihr qualifizierter Begleiter für den Weg zum Nichtraucher. Die App ist für iOS sowie im Google Play Store verfügbar.

 

Beratungstelefon.
Eine ganz persönliche Beratung unter Berücksichtigung Ihrer aktuellen Situation bietet das Beratungstelefon der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Tel. 0800 831 31 31 (kostenfreie Servicenummer).

 

Alternative Methoden.
Eine medikamentöse Unterstützung, eine Nikotin-Ersatztherapie, Akupunktur oder Hypnose können leider nicht von der BMW BKK bezuschusst werden.

 

 

 

Eine Familie sitzt auf der Couch und jeder bedient sein Smartphone

INTERNET-, COMPUTER- UND SPIELSUCHT.

Computer und Smartphones gehören zu unserem Alltag dazu. So angenehm dieser Lebensstil ist, er birgt auch Risiken. Nicht jedem gelingt es, beim Medienkonsum das richtige Maß zu halten und die ständige Erreichbarkeit einzudämmen.

 

Zu viel Zeit in der digitalen Welt zu verbringen ist schädlich für uns und unser Sozialverhalten. Es kann zu Stress führen und sich sogar zu einer krankhaften Abhängigkeit entwickeln. Seit Sommer 2018 wird die Computerspielsucht offiziell als Krankheit eingestuft.

INTERNETSUCHT.

Eine leuchtende Erdkugel bei der nur Längen- & Breitengrade als leuchtende Linien zu sehen sind.
  • Online-Spielsucht – übermäßiger Konsum von Onlinespielen. Das sind vor allem Online-Rollenspiele, aber auch Online-Glücksspiele wie Poker.
  • Online-Kommunikationssucht (Chat-Sucht) – exzessiver Gebrauch von sozialen Netzwerken. Der Chatroom ersetzt Familie und Freundeskreise.
  • Cybersex-Sucht – unkontrollierter Konsum von Sexseiten, Online-Affären oder Stripvideo-Chats.
  • Online-Kaufsucht – zwanghafte Suche nach Waren und Schnäppchen im Netz.
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Frau tippt in der Dämmerung an ihrem Smartphone

Eine Internetabhängigkeit gilt als erreicht, wenn Betroffene

 

  • zwanghaft online sind,
  • ihren Konsum nicht mehr kontrollieren oder beschränken können,
  • die Nutzungsdauer trotz zunehmender privater Probleme und guter Vorsätze steigt,
  • die virtuelle Welt zum einzigen Lebensinhalt wird,
  • Entzugserscheinungen wie Nervosität, Reizbarkeit oder Schlafstörungen auftreten.
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Eine junge Frau sitzt auf ihrem Bett mit dem Lapotp auf dem Schoß.

Haben Sie bzgl. Ihres Internet-Verhaltens oder das eines Angehörigen Bedenken? Dann nutzen Sie den Selbsttest des Online-Ambulanz-Services für Internetsüchtige (OASIS). Dieser wird vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert.  

 

Die Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) "Check dein Spiel" ist ein Online-Beratungsprogramm für Glücksspiel. Es unterstützt mit Informationen und Beratungsangeboten sowohl online, telefonisch als auch mit einer Auflistung von Hilfen vor Ort. Auch für Angehörige finden sich dort Informationen.

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TIPPS ZUM "DIGITAL DETOX" – EINFACH MAL OFFLINE SEIN.

  • Nehmen Sie Ihr Smartphone, Tablet oder PC nicht mit ins Bett. Lassen Sie sich morgens lieber von einem normalen Wecker aufwecken. Dieser leuchtet Sie auch nachts nicht mit Upgrades und Push-Nachrichten an.
  • Lösen Sie sich von dem Zwang, auf jede E-Mail, SMS oder WhatsApp-Nachricht sofort zu antworten. Gewöhnen Sie sich an, E-Mails, Facebook und Messenger nur zu bestimmten Zeiten zu checken, z. B. bewusst nur ein- bis zweimal am Tag. Sie werden sich wundern, wie viel freier Sie sich bald fühlen.
  • Es gibt absurderweise Apps, die tracken, wie lange man online ist. Brauchen Sie das? Versuchen Sie, längere Zeit Handy, Internet und TV auszulassen, z. B. beim Essen, beim Sport, bei Ausflügen, bei Gesprächen mit anderen Menschen.
  • Erledigen Sie alle Dinge, die online zu machen sind, auf einmal. Danach schalten Sie ab.
  • Melden Sie sich von Newslettern, Pushdiensten etc. ab und löschen Sie unnötige Apps.
  • Schauen Sie auch im TV nur bewusst mal eine Sendung an, statt zu zappen. Freuen Sie sich über Ihre so gewonnene Lebenszeit!
  • Immer mehr Hotels bieten ein Funkloch als Plus zur gesunden Erholung an. Aber Sie können sich auch selbst eines schaffen: Schalten Sie im Urlaub das Handy auch einfach mal aus.
  • Legen Sie einmal pro Woche einen Offline-Tag ein – um z. B. in Ruhe allein zu sein. Und lassen Sie Ihr Handy zu Hause, wenn Sie sich mit Familie und Freunden treffen.
  • Genießen Sie schöne Momente, ohne davon Selfies für Facebook und Instagram zu machen.
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